Das klassische Büro war lange relativ eindeutig organisiert:

Ein Schreibtisch pro Mitarbeitendem.

Ein fester Arbeitsplatz.

Besprechungsräume für Meetings.

Vielleicht noch eine Küche und ein Pausenraum.

Doch diese Logik passt immer weniger zur heutigen Arbeitswelt.

Hybrides Arbeiten, Homeoffice, digitale Zusammenarbeit und flexible Arbeitszeiten verändern nicht nur wann und wo Menschen arbeiten. Sie verändern auch die Anforderungen an das Büro selbst.

Wenn Mitarbeitende nur noch an bestimmten Tagen vor Ort sind, stellt sich eine neue Frage:

Warum sollten sie überhaupt ins Büro kommen?

Ein Arbeitsplatz, der lediglich das bietet, was Beschäftigte zu Hause ebenfalls haben, schafft kaum einen zusätzlichen Mehrwert.

Moderne Arbeitsplatzgestaltung muss deshalb verschiedene Anforderungen miteinander verbinden:

konzentriertes Arbeiten

Zusammenarbeit

soziale Begegnung

digitale Meetings

Ergonomie

Flexibilität

Gesundheit

Das Fraunhofer IAO beschreibt genau diesen Wandel in seiner aktuellen Studie „Office Experience“. Flexible und ortsunabhängige Arbeitsformen reduzieren die dauerhafte Nutzung klassischer Büroarbeitsplätze. Gleichzeitig bleibt das Büro für soziale Bindung, Wissensaustausch, Innovation und Teamkultur wichtig. (Quelle: 1. Fraunhofer IAO)

Arbeitsplatzgestaltung wird damit zu einem strategischen Thema für HR, Führung und Unternehmensentwicklung.


Inhaltsverzeichnis

  1. Was bedeutet moderne Arbeitsplatzgestaltung?
  2. Warum sich die Anforderungen an Büros verändern
  3. Das Büro als sozialer Ort
  4. Activity Based Working statt Arbeitsplatz für alle
  5. Die fünf wichtigsten Zonen moderner Büros
  6. Ergonomie bleibt die Grundlage
  7. Akustik und Konzentration
  8. Beleuchtung und Raumklima
  9. Desksharing richtig gestalten
  10. Hybride Meetings mitdenken
  11. Warum Teampräsenz wichtiger wird als reine Anwesenheit
  12. Unterschiedliche Mitarbeitende brauchen unterschiedliche Arbeitsplätze
  13. Bürogestaltung und Unternehmenskultur
  14. Homeoffice gehört zur Arbeitsplatzstrategie
  15. Technologie und KI in modernen Arbeitsumgebungen
  16. Nachhaltigkeit und Flächeneffizienz
  17. Rechtliche und arbeitsschutzrechtliche Anforderungen
  18. Typische Fehler bei der Arbeitsplatzgestaltung
  19. Wie Unternehmen moderne Arbeitsplätze entwickeln können
  20. Wie Best-Places-to-Work in Germany unterstützen kann
  21. Fazit
  22. Quellenverzeichnis

1. Was bedeutet moderne Arbeitsplatzgestaltung?

Arbeitsplatzgestaltung umfasst deutlich mehr als Möbel und Innenarchitektur.

Ein moderner Arbeitsplatz muss berücksichtigen:

  • welche Tätigkeiten ausgeführt werden
  • wie Teams zusammenarbeiten
  • wie viel Ruhe benötigt wird
  • wie häufig digitale Meetings stattfinden
  • welche Arbeitsmittel erforderlich sind
  • wie flexibel Flächen genutzt werden
  • welche gesundheitlichen Anforderungen bestehen
  • wie Mitarbeitende miteinander in Kontakt kommen

Damit verschiebt sich die zentrale Frage.

Früher lautete sie häufig:

„Wie viele Schreibtische benötigen wir?“

Heute sollte sie eher lauten:

„Welche Arbeitsumgebung benötigen unsere Mitarbeitenden für ihre unterschiedlichen Aufgaben?“

Das ist ein fundamentaler Unterschied.

📌 Merke

Moderne Arbeitsplatzgestaltung beginnt nicht beim Möbelkatalog. Sie beginnt bei der Analyse der tatsächlichen Arbeit.

2. Warum sich die Anforderungen an Büros verändern

Hybride Arbeit hat die Nutzung von Büroflächen grundlegend verändert.

Viele Schreibtische werden nicht mehr jeden Tag benötigt.

Gleichzeitig sind Büros an bestimmten Tagen möglicherweise stark ausgelastet.

Das Fraunhofer IAO beschreibt diese Entwicklung aktuell sehr deutlich: Homeoffice, hybride Arbeitsformen und Desksharing führen dazu, dass Arbeitsplätze weniger dauerhaft genutzt werden. Dadurch entstehen Chancen für effizientere Flächennutzung, gleichzeitig aber auch neue soziale Herausforderungen. (Quelle: 1. Fraunhofer IAO)

Ein modernes Büro muss deshalb stärker auf unterschiedliche Nutzungssituationen reagieren können.

Montag benötigt ein Team vielleicht:

Ruhe für konzentrierte Einzelarbeit.

Dienstag:

einen großen Bereich für einen Workshop.

Mittwoch:

mehrere kleine Räume für Kundentermine.

Donnerstag:

Flächen für informellen Austausch.

Die gleiche Fläche kann damit unterschiedliche Funktionen erfüllen.

3. Das Büro als sozialer Ort

Einer der wichtigsten Gründe für Büropräsenz ist nicht unbedingt die technische Ausstattung.

Es sind andere Menschen.

Die BAuA untersucht seit mehreren Jahren, wie sich hybride Arbeit auf Zusammenarbeit und soziale Beziehungen auswirkt. Forschungsergebnisse zeigen, dass insbesondere die informelle Zusammenarbeit schlechter bewertet wird, wenn der Anteil der Arbeit von zu Hause steigt. (Quelle: 2. BAuA)

Das bedeutet nicht, dass Homeoffice grundsätzlich problematisch ist.

Es bedeutet vielmehr:

Das Büro bekommt eine neue Funktion.

Es wird stärker zum Ort für:

  • spontane Gespräche
  • Beziehungspflege
  • Wissenstransfer
  • Workshops
  • gemeinsames Lernen
  • Innovation
  • Teamkultur

Ein gutes Büro sollte genau diese Kontakte erleichtern.

4. Activity Based Working statt Arbeitsplatz für alle

Ein Ansatz moderner Arbeitsplatzgestaltung ist Activity Based Working.

Dabei besitzt nicht jede Person zwingend einen einzelnen, dauerhaft zugewiesenen Arbeitsplatz.

Stattdessen gibt es unterschiedliche Bereiche für unterschiedliche Tätigkeiten.

Beispielsweise:

Fokusarbeit

ruhige Einzelarbeitsplätze

Kommunikation

offene Teamflächen

Kreativarbeit

Workshop- und Projekträume

Videokonferenzen

kleine akustisch abgeschirmte Räume

Informeller Austausch

Lounge-, Küchen- oder Begegnungsbereiche

Der Arbeitsplatz wird entsprechend der jeweiligen Aufgabe gewählt.

Das klingt zunächst logisch.

Damit es funktioniert, müssen allerdings ausreichend geeignete Bereiche vorhanden sein.

Ein Büro mit 100 flexiblen Schreibtischen, aber ohne Rückzugsräume, ist noch kein modernes Arbeitsplatzkonzept.

5. Die fünf wichtigsten Zonen moderner Büros

Ein modernes Büro kann beispielsweise fünf unterschiedliche Funktionsbereiche kombinieren.

1. Fokuszonen

Für konzentriertes Arbeiten.

Hier sollten Gespräche und Telefonate möglichst vermieden werden.

Geeignet sind:

  • Einzelarbeitsplätze
  • kleine Fokusbereiche
  • Bibliothekskonzepte
  • akustisch abgeschirmte Räume

2. Kommunikationszonen

Für Teamarbeit und spontane Abstimmungen.

Beispielsweise:

  • Teamtische
  • Projektflächen
  • Whiteboards
  • flexible Sitzgruppen

3. Meetingräume

Für formelle Besprechungen und hybride Meetings.

Dabei sollte Technik von Anfang an mitgedacht werden.

4. Rückzugsräume

Für:

  • Telefonate
  • vertrauliche Gespräche
  • Videokonferenzen
  • kurze konzentrierte Arbeitsphasen

5. Begegnungsflächen

Küche, Café-Bereich oder Lounge können einen überraschend großen Einfluss auf informellen Wissensaustausch haben.

Denn viele wertvolle Gespräche entstehen nicht im geplanten Meeting.

Sie entstehen zufällig.

💡 Praxis-Tipp

Beobachten Sie zunächst, welche Räume heute überfüllt sind und welche kaum genutzt werden. Diese Informationen sind häufig wertvoller als theoretische Annahmen darüber, wie Mitarbeitende arbeiten sollten.

6. Ergonomie bleibt die Grundlage

Moderne Arbeitsplatzgestaltung darf nicht ausschließlich über Flexibilität und Design diskutiert werden.

Ein Arbeitsplatz muss gesund und ergonomisch sein.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung hat ihre Informationen zur ergonomischen Arbeitsgestaltung 2025 aktualisiert. Sie betrachtet dabei unter anderem körperliche und psychische Belastung, Beleuchtung, Innenraumklima, Lärm und Bildschirmarbeit. (Quelle: 3. DGUV)

Die aktualisierte DGUV-Regel „Branche Bürobetriebe“ von Januar 2026 greift diese Anforderungen speziell für Büroarbeitsplätze auf. Sie weist unter anderem auf die Bedeutung der Prävention von Muskel-Skelett-Beschwerden bei Büroarbeit hin. (Quelle: 4. DGUV)

Zur ergonomischen Grundausstattung gehören insbesondere:

  • geeigneter Bürostuhl
  • ausreichend große Arbeitsfläche
  • angemessen positionierter Bildschirm
  • separate Tastatur und Maus bei dauerhaftem Arbeiten
  • geeignete Beleuchtung
  • ausreichend Bewegungsraum

Höhenverstellbare Tische können zusätzlich einen Wechsel zwischen Sitzen und Stehen unterstützen.

7. Akustik und Konzentration

Ein schönes Büro bringt wenig, wenn niemand konzentriert arbeiten kann.

Gerade offene Bürokonzepte können zu Konflikten führen.

Die eine Person führt einen Videocall.

Daneben telefoniert jemand mit einem Kunden.

Eine weitere Person versucht, einen komplexen Bericht zu schreiben.

Das Problem ist nicht zwingend das Großraumbüro selbst.

Das Problem ist häufig die fehlende Trennung unterschiedlicher Tätigkeiten.

Moderne Büros brauchen deshalb ein Akustikkonzept.

Mögliche Maßnahmen sind:

  • akustisch wirksame Decken
  • Trennwände
  • Teppichflächen
  • schallabsorbierende Materialien
  • Telefonboxen
  • separate Kommunikationszonen
  • klare Regeln für Ruhebereiche

Die DGUV zählt Lärm ausdrücklich zu den relevanten Faktoren ergonomischer Arbeitsplatzgestaltung. (Quelle: 3. DGUV)

8. Beleuchtung und Raumklima

Auch Licht, Temperatur und Luftqualität beeinflussen die Qualität eines Arbeitsplatzes.

Die Arbeitsstättenverordnung verlangt unter anderem geeignete Beleuchtung, ausreichende Lüftung und angemessene Raumtemperaturen. Für Bildschirmarbeitsplätze gelten zusätzlich ergonomische Anforderungen, beispielsweise hinsichtlich Blendungen, Reflexionen und Bewegungsflächen. (Quelle: 5. Arbeitsstättenverordnung)

2025 veröffentlichte die DGUV außerdem einen vollständig überarbeiteten Report zu Innenraumarbeitsplätzen.

Darin werden neben Raumluft und physikalischen Faktoren ausdrücklich auch ergonomische und psychische Belastungsfaktoren berücksichtigt. (Quelle: 6. DGUV)

Das zeigt:

Arbeitsplatzqualität entsteht aus mehreren Faktoren gleichzeitig.

Ein hochwertiger Bürostuhl kompensiert keine schlechte Akustik.

Eine moderne Lounge kompensiert keine schlechte Luft.

9. Desksharing richtig gestalten

Desksharing wird in hybriden Unternehmen zunehmend interessant.

Wenn beispielsweise 100 Mitarbeitende durchschnittlich nur zwei oder drei Tage pro Woche ins Büro kommen, müssen möglicherweise nicht dauerhaft 100 identische Schreibtische vorgehalten werden.

Das kann Fläche reduzieren und flexiblere Nutzung ermöglichen.

Doch Desksharing funktioniert nur mit einem überzeugenden Gesamtkonzept.

Beschäftigte benötigen:

  • zuverlässig verfügbare Arbeitsplätze
  • geeignete Buchungsmöglichkeiten
  • persönliche Aufbewahrungsmöglichkeiten
  • einheitlich gute technische Ausstattung
  • ergonomisch individuell einstellbare Möbel
  • klare Hygiene- und Nutzungsregeln

Das Fraunhofer IAO untersucht aktuell genau diese Frage weiter und entwickelt seit 2026 sogar KI-basierte Simulationen, mit denen Unternehmen unterschiedliche Büroflächen, Layouts und hybride Nutzungskonzepte vor Investitionen modellieren können. (Quelle: 7. Fraunhofer IAO)

Desksharing sollte deshalb kein reines Kostensparprogramm sein.

Wenn Beschäftigte morgens zuerst 20 Minuten nach einem funktionierenden Arbeitsplatz suchen, ist wenig gewonnen.

10. Hybride Meetings mitdenken

Eine der größten Schwachstellen moderner Büros sind schlecht ausgestattete hybride Meetings.

Drei Personen sitzen im Raum.

Zwei arbeiten remote.

Im Konferenzraum steht ein Laptop in der Mitte.

Die Remote-Teilnehmenden hören kaum etwas und sehen nur einen Teil der Gruppe.

Technisch findet ein hybrides Meeting statt.

Praktisch entstehen zwei unterschiedliche Teilnehmergruppen.

Die BAuA hat Video-, Hybrid- und Präsenzbesprechungen in einem eigenen Forschungsprojekt systematisch untersucht und dabei auch den Einfluss unterschiedlicher technischer Ausstattung betrachtet. (Quelle: 8. BAuA)

Für moderne Meetingräume bedeutet das:

  • hochwertige Mikrofone
  • geeignete Kameras
  • ausreichend große Displays
  • gute Raumakustik
  • zuverlässige Netzwerkverbindung
  • einfache Bedienung

Technik muss dabei möglichst selbstverständlich funktionieren.

Ein Meetingraum, für dessen Bedienung jedes Mal die IT-Abteilung benötigt wird, ist kein produktiver Arbeitsraum.

11. Warum Teampräsenz wichtiger wird als reine Anwesenheit

Eine interessante Erkenntnis liefert die Fraunhofer-Studie „Office Analytics 2.0“.

Demnach beeinflusst die erwartete Anwesenheit der eigenen Teammitglieder deutlich die Entscheidung, selbst ins Büro zu kommen. Fraunhofer nennt rund 36 Prozent Teampräsenz als relevanten Schwellenwert in der untersuchten Stichprobe. Gleichzeitig hebt die Studie den sozialen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen als wichtigen Grund für Büroanwesenheit hervor. (Quelle: 9. Fraunhofer IAO)

Für Unternehmen ergibt sich daraus eine interessante Konsequenz:

Es bringt wenig, wenn alle theoretisch jederzeit ins Büro kommen können, sich dort aber nie begegnen.

Deshalb können abgestimmte Teamtage sinnvoller sein als rein individuelle Präsenz.

Allerdings sollten diese Tage einen Zweck haben.

Nicht:

„Dienstag müssen alle da sein.“

Sondern:

„Dienstag nutzen wir bewusst für Workshops, Austausch, gemeinsame Entscheidungen und Teamarbeit.“

12. Unterschiedliche Mitarbeitende brauchen unterschiedliche Arbeitsplätze

Nicht jeder Mensch arbeitet gleich.

Einige Mitarbeitende benötigen viel Ruhe.

Andere arbeiten besonders gut in direktem Austausch.

Manche verbringen den Großteil des Tages in Videokonferenzen.

Andere analysieren Zahlen oder schreiben komplexe Texte.

Fraunhofer IAO betont deshalb, dass individuelle Bedürfnisse bei der Gestaltung hybrider Arbeitsmodelle stärker berücksichtigt werden sollten. Selbstbestimmtes Arbeiten und die Möglichkeit, passende Arbeitsumgebungen auszuwählen, spielen dabei eine wichtige Rolle. (Quelle: 9. Fraunhofer IAO)

Das spricht gegen das eine Standardbüro für alle.

Moderne Arbeitsplatzgestaltung sollte Wahlmöglichkeiten schaffen.

13. Bürogestaltung und Unternehmenskultur

Räume transportieren Kultur.

Ein Unternehmen kann beispielsweise sagen:

„Wir arbeiten agil und kollaborativ.“

Wenn sämtliche Führungskräfte jedoch in geschlossenen Einzelbüros sitzen und Teams keinerlei gemeinsame Projektflächen besitzen, erzählt die räumliche Umgebung eine andere Geschichte.

Umgekehrt sollte offene Kultur nicht automatisch bedeuten, alle Wände zu entfernen.

Vertrauliche Gespräche brauchen Schutz.

Personalgespräche benötigen Privatsphäre.

Konzentrierte Arbeit benötigt Ruhe.

Arbeitsplatzgestaltung sollte deshalb die gewünschte Arbeitskultur unterstützen, ohne Arbeitsrealitäten zu ignorieren.

14. Homeoffice gehört zur Arbeitsplatzstrategie

Ein moderner Arbeitsplatz endet nicht zwingend an der Bürotür.

Für hybride Teams besteht die gesamte Arbeitsumgebung häufig aus:

Büro + Homeoffice + mobilem Arbeiten + digitalem Arbeitsplatz

Die BAuA weist 2025 darauf hin, dass bei flexiblen und temporären Arbeitsumgebungen teilweise ergonomische und datenschutzkonforme Voraussetzungen fehlen. Gleichzeitig können gut gestaltete multilokale Arbeitsmodelle Gesundheit und Zufriedenheit unterstützen. (Quelle: 10. BAuA)

Arbeitgeber sollten deshalb nicht ausschließlich das Hauptbüro betrachten.

Auch die technische Ausstattung für mobiles Arbeiten gehört zur Gesamtstrategie.

15. Technologie und KI in modernen Arbeitsumgebungen

Technologie wird zum verbindenden Element zwischen verschiedenen Arbeitsorten.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Cloud-Systeme
  • Videokonferenzen
  • Raum- und Arbeitsplatzbuchung
  • digitale Whiteboards
  • Projektmanagement
  • digitale Wissensplattformen
  • KI-Assistenten

KI kann zusätzlich unterstützen bei:

  • Meeting-Zusammenfassungen
  • Wissenssuche
  • Übersetzungen
  • Raumplanung
  • Auslastungsanalysen
  • administrativen Fragen

Interessant ist, dass Fraunhofer IAO inzwischen sogar KI zur strategischen Büroplanung einsetzt. Unterschiedliche Layouts und Nutzungsszenarien sollen dadurch bereits vor größeren Investitionen simuliert werden können. (Quelle: 7. Fraunhofer IAO)

Das macht deutlich:

Arbeitsplatzgestaltung wird zunehmend datenbasiert.

16. Nachhaltigkeit und Flächeneffizienz

Hybride Arbeit eröffnet auch die Möglichkeit, Flächen effizienter zu nutzen.

Weniger dauerhaft unbesetzte Schreibtische können bedeuten:

  • geringerer Flächenbedarf
  • niedrigere Betriebskosten
  • effizientere Energienutzung
  • flexiblere Bürogestaltung

Aber reine Flächenreduktion ist kein Zukunftskonzept.

Wenn Fläche reduziert wird, gleichzeitig jedoch jeden Dienstag niemand einen Arbeitsplatz oder Besprechungsraum findet, sinkt die Qualität der Arbeitsumgebung.

Deshalb sollte nicht die maximale Flächeneinsparung das Ziel sein.

Sondern:

die optimale Fläche für die tatsächliche Nutzung.

17. Rechtliche und arbeitsschutzrechtliche Anforderungen

Moderne Büros dürfen kreativ gestaltet werden.

Aber nicht außerhalb der Anforderungen des Arbeitsschutzes.

Die Arbeitsstättenverordnung schreibt unter anderem vor, dass Bildschirmarbeitsplätze sicher und gesund gestaltet werden müssen. Dazu gehören ausreichend Bewegungsraum, ergonomische Arbeitsmittel sowie Anforderungen an Beleuchtung, Reflexionen und die Anordnung von Bildschirmen. (Quelle: 5. Arbeitsstättenverordnung)

Die DGUV-Regel 115-401 „Branche Bürobetriebe“ wurde im Januar 2026 aktualisiert und bietet Unternehmen einen aktuellen Rahmen für sichere und gesunde Büroarbeit. (Quelle: 4. DGUV)

Das ist besonders bei neuen Bürokonzepten wichtig.

Ein Sofa kann eine gute Begegnungsfläche sein.

Es ersetzt aber nicht automatisch einen ergonomischen Bildschirmarbeitsplatz für acht Stunden tägliche Arbeit.

⚖️ Rechtlicher Hinweis

Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle arbeitsschutzrechtliche oder arbeitsrechtliche Beratung. Bei konkreten Büroplanungen sollten insbesondere Arbeitsstättenverordnung, Technische Regeln für Arbeitsstätten, Arbeitsschutzgesetz und einschlägige DGUV-Regelungen berücksichtigt werden.

18. Typische Fehler bei moderner Arbeitsplatzgestaltung

Fehler 1: Design vor Funktion

Das Büro sieht beeindruckend aus, passt aber nicht zu den tatsächlichen Arbeitsaufgaben.

Fehler 2: Open Space ohne Rückzugsmöglichkeiten

Alle sitzen offen zusammen, obwohl ein großer Teil des Tages aus Videocalls und konzentrierter Arbeit besteht.

Fehler 3: Desksharing nur als Sparmaßnahme

Schreibtische werden reduziert, ohne Buchungssystem, Stauraum oder Nutzungsanalyse.

Fehler 4: Zu wenige Meetingräume

Hybride Zusammenarbeit steigt, aber die räumliche Infrastruktur bleibt unverändert.

Fehler 5: Akustik wird unterschätzt

Kommunikationsflächen und Ruhebereiche befinden sich direkt nebeneinander.

Fehler 6: Mitarbeitende werden nicht beteiligt

Die neue Arbeitswelt wird vom Management geplant und anschließend präsentiert.

Fehler 7: Alle arbeiten angeblich gleich

Unterschiedliche Tätigkeiten und Bedürfnisse werden ignoriert.

Fehler 8: Homeoffice wird aus der Strategie ausgeblendet

Das Büro wird aufwendig ergonomisch gestaltet, während Beschäftigte zu Hause dauerhaft am Küchentisch arbeiten.

19. Wie Unternehmen moderne Arbeitsplätze entwickeln können

Ein neues Arbeitsplatzkonzept sollte nicht mit einem Grundriss beginnen.

Der erste Schritt ist eine Analyse.

Schritt 1: Tätigkeiten untersuchen

Wie viel Zeit verbringen Mitarbeitende mit:

  • Fokusarbeit?
  • Meetings?
  • Projektarbeit?
  • Telefonaten?
  • Kundenkontakten?
  • informellem Austausch?

Schritt 2: Nutzung messen

Wann kommen Mitarbeitende ins Büro?

Welche Bereiche werden tatsächlich genutzt?

Schritt 3: Mitarbeitende befragen

Was funktioniert heute?

Was fehlt?

Welche Situationen verursachen Probleme?

Schritt 4: Zonen entwickeln

Flächen anhand tatsächlicher Tätigkeiten gestalten.

Schritt 5: Pilotflächen testen

Nicht sofort das gesamte Büro umbauen.

Einzelne Bereiche können zunächst getestet werden.

Schritt 6: Nutzung evaluieren

Nach einigen Monaten sollte überprüft werden:

Was wird angenommen?

Was bleibt leer?

Wo fehlen Kapazitäten?

Schritt 7: kontinuierlich anpassen

Arbeitsplatzgestaltung ist kein einmaliges Immobilienprojekt.

Sie entwickelt sich mit der Arbeit weiter.

💡 Praxis-Tipp

Ein Pilotbereich für 20 oder 30 Mitarbeitende liefert häufig mehr Erkenntnisse als monatelange theoretische Planung. Lassen Sie die Beschäftigten testen und passen Sie das Konzept anschließend an.

20. Wie Best-Places-to-Work in Germany unterstützen kann

Ein moderner Arbeitsplatz ist nicht nur für bestehende Mitarbeitende relevant.

Er kann auch Bestandteil der Arbeitgebermarke sein.

In klassischen Stellenanzeigen lesen Bewerbende häufig Begriffe wie:

„Modernes Büro“

„New Work“

„Innovatives Arbeitsumfeld“

Doch darunter können sich völlig unterschiedliche Arbeitsbedingungen verbergen.

Video-Recruiting kann diese Umgebung sichtbar machen.

Mit den 15-sekündigen Video-Stellenanzeigen von Best-Places-to-Work in Germany können Unternehmen beispielsweise zeigen:

  • wie das Büro aussieht
  • wie Teams zusammenarbeiten
  • welche Arbeitsbereiche es gibt
  • wie hybride Arbeit organisiert ist
  • welche Atmosphäre Beschäftigte erwartet

Das schafft einen konkreteren Eindruck als eine reine Beschreibung.

Zusätzlich können die Stellenanzeigen mit individuellen Arbeitgeber-Landingpages verbunden und über unterschiedliche Recruiting-Kanäle eingesetzt werden.

Arbeitsplatzgestaltung wird dadurch nicht nur zu einem internen HR-Thema.

Sie kann Teil des Employer Brandings werden.

Der HR-Assistant als Teil des digitalen Arbeitsplatzes

Moderne Arbeitsplatzgestaltung betrifft nicht nur Möbel.

Auch der Zugang zu Informationen gehört zur Employee Experience.

Der HR-Assistant kann Mitarbeitende beispielsweise bei wiederkehrenden Fragen unterstützen:

„Wie buche ich einen Arbeitsplatz?“

„Welche Regeln gelten für mobiles Arbeiten?“

„Wo finde ich unsere Bürostandards?“

„Welche Tage sind unsere gemeinsamen Teamtage?“

„Wer ist mein Ansprechpartner für technische Ausstattung?“

Damit entsteht eine Verbindung zwischen physischem und digitalem Arbeitsplatz.

Das Ziel sollte nicht sein, möglichst viel Technologie einzusetzen.

Sondern:

Arbeit möglichst einfach zu machen.

Weitere Informationen zum HR-Assistant:

HR-Assistant von Best-Places-to-Work in Germany

Checkliste: Arbeitsplatzgestaltung für moderne Teams

  • tatsächliche Tätigkeiten analysieren
  • Büroauslastung untersuchen
  • Mitarbeitende einbeziehen
  • Fokusbereiche schaffen
  • Kommunikationsflächen anbieten
  • Rückzugsräume einplanen
  • hybride Meetingräume technisch ausstatten
  • Akustik berücksichtigen
  • ergonomische Arbeitsplätze gewährleisten
  • Beleuchtung und Raumklima prüfen
  • Desksharing mit klaren Prozessen organisieren
  • Teampräsenz sinnvoll koordinieren
  • Homeoffice in die Arbeitsplatzstrategie einbeziehen
  • Barrierefreiheit berücksichtigen
  • Arbeitsschutz frühzeitig einbinden
  • Nutzung nach Einführung überprüfen
  • Büroflächen kontinuierlich weiterentwickeln

Fazit: Das moderne Büro braucht einen Grund, besucht zu werden

Die Frage der zukünftigen Arbeitsplatzgestaltung lässt sich nicht mit einem neuen Schreibtischmodell beantworten.

Hybride Arbeit verändert die Funktion des Büros.

Fraunhofer IAO beschreibt das Büro 2026 zunehmend als Ort für soziale Bindung, Wissensaustausch, Innovation und Teamkultur. Gleichzeitig ermöglichen hybride Arbeitsformen eine effizientere Nutzung von Büroflächen. (Quelle: 1. Fraunhofer IAO)

Damit entstehen neue Anforderungen.

Menschen brauchen Räume für konzentrierte Arbeit.

Teams brauchen Bereiche für Zusammenarbeit.

Hybride Meetings brauchen professionelle Technik.

Informeller Wissensaustausch braucht Begegnungsmöglichkeiten.

Und jeder Arbeitsplatz benötigt weiterhin eine ergonomische und gesundheitlich geeignete Gestaltung.

Das Büro der Zukunft ist deshalb weder ausschließlich Open Space noch ausschließlich Einzelbüro.

Es ist eine flexible Arbeitsumgebung mit unterschiedlichen Optionen.

Die entscheidende Frage lautet nicht mehr:

„Wo sitzt mein Mitarbeitender?“

Sondern:

„Welche Umgebung braucht diese Person gerade, um ihre Aufgabe gut erledigen zu können?“

Unternehmen, die Arbeitsplatzgestaltung aus dieser Perspektive betrachten, schaffen mehr als schöne Büros.

Sie schaffen eine Arbeitsumgebung, die Zusammenarbeit, Produktivität, Gesundheit und Unternehmenskultur unterstützt.

Und genau damit wird Arbeitsplatzgestaltung zu einem zentralen Bestandteil von New Work.

Quellenverzeichnis

1. Fraunhofer IAO – Das Büro der Zukunft, Studie Office Experience, September 2026
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2. BAuA – Hybride Zusammenarbeit zwischen Bürobeschäftigten
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3. DGUV – Mensch und Arbeitsplatz: Wegweiser ergonomische Arbeitsgestaltung, Ausgabe 2025
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4. DGUV – Regel 115-401 „Branche Bürobetriebe“, Ausgabe Januar 2026
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5. Arbeitsstättenverordnung – Anforderungen an Arbeitsstätten und Bildschirmarbeitsplätze
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6. DGUV – IFA Report 3/2025 zu Innenraumarbeitsplätzen
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7. Fraunhofer IAO – KI-basierte Office Simulation für strategische Büroentscheidungen, Juli 2026
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8. BAuA – Kognitive Ergonomie bei der virtuellen Teamkommunikation
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9. Fraunhofer IAO – Office Analytics 2.0: Individuelle Bedürfnisse als Schlüssel hybrider Arbeitsmodelle
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10. BAuA – Gesunde und sichere Gestaltung flexibler Arbeitsumgebungen, 2025
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